Austrocknung (Exsikkose) / Wasserhaushalt
Im Alter lässt das Durstgefühl oft stark nach.
Viele Pflegebedürftige trinken erheblich zu wenig! Zeichen der Austrocknung:
*Gewichtsverlust
*Müdigkeit
*Antriebslosigkeit
*Apathie
*Kollapsneigung
*Schwindel beim Aufstehen etc.
*Trockener Mund
*faltige, schlaffe Haut
Risikofaktoren für Austrocknung:
*Verkümmertes, mangelhaftes Durstgefühl der Senioren
*entwässernde Blutdruck- oder Herz- Medikamente
*Schluckstörungen, Angst vor dem Verschlucken,
*Mangelnde Eigenbeweglichkeit: nicht mehr zur Tasse greifen können
*bei Diabetes mellitus : Vermehrte Ausscheidung von Zucker und zuckergebundenem Wasser über den Urin
*Beruhigungsmittel etc.
*Abneigung vorm Wasserlassen z.B. bei Inkontinenz
*erhöhter Wasserbedarf bei Sport / schwerer körperlicher Arbeit
*Durchfallerkrankungen
*Fieber
Die individuelle Trinkmenge
liegt beim gesunden Normalgewichtigen ( ohne erhöhten Verbrauch etc. ) bei ca. 2 Litern Flüssigkeit pro Tag. ( Das entspricht immerhin knapp drei 0,7 l Flaschen Sprudel ) Große oder stark Schwitzende trinken mehr, - kleine, schmächtige Personen weniger.
Die normale Trinkmenge
kann im Einzelfall deutlich von der normalen Trinkmenge nach oben wie nach unten abweichen,
da hier Krankheiten und Medikamente eine Rolle spielen.
Im Falle von Störungen des Wasserhaushaltes gibt deshalb der behandelnde Arzt die individuelle Trinkmenge an und überprüft nach geraumer Zeit ihre Richtigkeit.
Der Arzt überprüft, ob die Haut über der Hand beim Kneifen als Falte länger stehen bleibt,
ob die Zunge feuchten Glanz zeigt,
ob sich im Stehen an den Beinen oder im Liegen am Gesäß Wasser ansammelt,
wie das Herz-Kreislauf-System reagiert sowie welche Krankheiten zu berücksichtigen sind.
Davon hängt ab, welche Trinkmenge empfehlenswert ist, ob - weniger oder - mehr getrunken werden sollte.
Selten werden Infusionen oder Sondenernährung notwendig.
Pro Grad Fieber steigt der Tagesbedarf in der Regel um ca. 1 Liter Flüssigkeit.
In jedem Fall entscheidet jedoch stets der Arzt.
Bei Durchfall ist die zusätzlich ausgeschiede Flüssigkeit nach Arztabsprache auch zusätzlich als Tee oder Elektrolyt-Ersatzlösung zu ersetzen.
Regelmäßiges Wiegen ist erforderlich, um am Gewicht den Verlauf des Wasserhaushaltes zu messen und zu regulieren.
Die Personen-Waage ist das Überwachungsinstrument des Wasserhaushaltes
Ausgetrockenete Pflegebedürftige
sollen nach Absprache mit dem Hausarzt bis zum Erreichen des ärztlich bestimmten- bzw. durch Verlauf-Teste evtl. erst nach Wochen definierbaren - Idealgewichtes mehr trinken.
z. B. Normbedarf = 1,8l Flüssigkeit, Korrekturbedarf = + 0,5 l / Tag bis zum Erreichen des Idealgewichtes.
Dies zeigt sich im Idealfall durch ein waches, frisches Erscheinungsbild mit feuchter Zunge, ohne Kurzluftigkeit, ohne Wassereinlagerungen etc. Empfohlen werden viele kleine Schlucke z. B. mit einer Schnabeltasse.
Ein Wecker z. B. mittags kann helfen: „Wenn der Wecker klingelt, solltest Du die erste Trinkmenge von X- Flaschen /Bechern getrunken haben“
Die realisierte Trinkmenge sollte mittags und abends kontrolliert werden um evtl. regulierend einzugreifen.
Solange Austrocknung herrscht, wird der Arzt evtl. die Entwässerungsmittel reduzieren, pausieren oder dauerhaft absetzen.
Zusatzinfos:
Überwässerte Patienten mit Ödemen werden dagegen nach Anweisung des Arztes zunächst meist medikamentös entwässert. Sie trinken evtl. etwas weniger bis das Idealgewicht laut Arzt erreicht ist.
Mischformen können selten bei bestimmten Krankheiten vorkommen wie z. B.:
Bei Leberzirrhose, Unterleibsthrombosen, Tumore sowie bestimmte Formen der Herzschwäche:
Unterkörper und die Beine sind dann überwässert, während Kopf und Oberkörper „stroh- trocken“ sind.
Trotz Beinödeme besteht dann die Gefahr von Verwirrtheit und Kollaps. Hier ist dann der Arzt gefragt.